Seeunfall der Bark „Joachim Christian“

Spruch des Seeamts zu Rostock, vom 12. Dezember 1895, betreffend den Seeunfall der Bark „Joachim Christian“ von Rostock.

Der Spruch des Seeamts lautet:

Der auf der Reise von London nach Bleyth am 17. Mai 1895, unweit Lowestoft erfolgte Untergang der Bark „Joachim Christian“ ist dadurch verursacht, dass dieselbe infolge von Sturm und hoher See leck gesprungen und, da die Pumpen vom Ballast unklar geworden waren, voll gelaufen ist. Die aus 11 Personen bestehende Besatzung der Bark sowie zwei zu deren Abbergung an Bord gekommene Leute von der Mannschaft der Lowestofter Fischersmack „Vandura“ haben bei dem Versuche sich in dem Boote der letzteren abzubergen, sämmtlich den Tod in den Wellen gefunden. Über die Einzelheiten dieser Katastrophe hat sich Näheres nicht feststellen lassen.

Das Verhalten des Schiffers Crew von der „Vandura“ sowie dasjenige des Steuermanns und des Matrosen derselben, welche ihr Leben einsetzten, um deutsche Schiffbrüchige zu retten, verdient hohe Anerkennung. Dass die hinterbliebenen Angehörigen des Steuermanns Lincoln von der „Vandura“ außer der ihnen von der Seeberufsgenossenschaft zur Theil gewordenen Unterstützung eine solche auch noch aus anderen deutschen Fonds erhalten, glaubt das Seeamt als sehr wünschenswert bezeichnen zu dürfen.

Entscheidungsgründe.

In der in der stattgehabten Hauptverhandlung ist das nachstehende tatsächlich festgestellt:

1. Die in Rostock beheimatet gewesene Bark „Joachim Christian“, Unterscheidung-Signal LDNK, ein in den Jahren 1864/65 in Altona aus Eichenholz erbautes, zu 1295,0 cbm = 457,13 britischen Register-Tons Netto-Raumgehalt vermessendes, im Jahre 1884 von einer Rostocker Rederei mit Inventar für 32.500 M gekauftes und von da an durch den mit 160/360 Parten an ihr betheiligten Schiffer August Jacob Dillwitz aus Nienhagen auf Fischland geführtes Schiff, verließ am 10. Mai 1895 London, um in Ballast nach Blyth zu gehen. Ihre Besatzung bestand aus:

        1. dem schon genannten Schiffer Dillwitz, 43 Jahre alt,
        2. dem Steuermann Niklas Niemann aus Althagen, ebenfalls 43 Jahre alt,
        3. dem Koch Albert Pfretschmer aus London, 20 Jahre alt,
        4. den Matrosen Gustav Adolf Hellriegel und
        5. Johann Wilhelm Buttgereit,
        6. Den Leichtmatrosen Jakob Rannt,
        7. Carle E. Godderstadt aus Lyngoer, 17 Jahre alt, und
        8. Albert Abrahamson,
        9. den Jungen August Pschenz,
        10. Wilhelm Carl Harald Wartzack und
        11. Gustav Seifert

Der Steuermann befand sich bereits seit August 1893 an Bord; die übrigen, zur Mannschaft gehörigen Leute waren erst kurz vor Antritt der Reise in London an gemustert.

2. Die Bark hat ihren Bestimmungshafen nicht erreicht, sondern ist am Freitag, den 17. Mai 1895 Vormittags schwer leck und mit verstopften Punkten ungefähr 36 Seemeilen SO von Lowestoft gesunken. Die Besatzung hatte bereits in der Nacht vorher in einem am Nachmittag des 16. Mai zu ihrer Abbergung herbeikommenden Boote der in Lowestoft beheimatheten Fischersmack „Vandura“ Schiffer Crew, das Wrack verlassen, und haben dabei, wie keinem Zweifel unterliegt, die 11 dazu gehörigen Personen sowie die beiden, die Bemannung des Bootes bildenden Leute der „Vandura“ sämmtlich den Tod in den Wellen gefunden.

Im Einzelnen ist hierüber besonders durch die Aussage der in Lowestoft von dem Leichenbeschauer und der Jury vernommenen Personen folgendes näher festgestellt:

a. Die von dem Schiffer Charles Crew geführte Smack „Vandura“ verließ am Mittwoch den 15. Mai 1895 ihren Heimathafen Lowestoft, um zu fischen. Ihre Besatzung bestand aus im Ganzen fünf Personen, nämlich dem Schiffer Crew, dem Steuermann Charles Lincoln aus Takefield, 25 Jahre alt, verheiratet und Vater von vier Kindern, dem Matrosen Charles Bolan, dem Koch Samuel Hook und dem Schiffsjungen. Arthur Newson.

Am folgenden Tage, Donnerstag den 16. Mai, erblickte die „Vandura“ nachmittags etwa 50 Seemeilen OSO von Lowestoft luvfwärts eine große fremde Bark, welche Notsignale wehen hatte und vor 2 zum Theil gerechten Segeln trieb. Es wählte damals sturmartig aus Norden, und die See lief sehr hoch. Die „Vandura“ ging so nah als möglich an die Bark heran, deren Name nicht mit Bestimmtheit auszumachen war, aber soweit man das erkennen konnte, Christiania oder Christiansund zu lauten schien, Schiffer Crew rief das fremde Schiff an, worauf ihm von dort zugerufen ward, „dasselbe sei leck und dessen Pumpen seien in Unordnung“.

Da eine weitere Verständigung durch Zuruf nicht möglich war, hielt Schiffer Crew ein Tau in die Höhe, und als an Bord der Bark das gleiche geschah, nahm er an, dass man dort durch die „Vandura“ geschleppt zu werden wünsche. Er ließ nun das Boot der letzteren, welches seiner von Sachverständigen bestätigten Angaben nach, richtig gehandhabt, 12-13 Mann selbst bei hohem Seegang sicher tragen konnte, zu Wasser und Steuermann Lincoln und Matrose Bolan, welche sich freiwillig dazu erboten, begaben sich in dem selben an Bord der Bark deren 3 Boote sich auf Deck befanden. Von dort aus versuchte Steuermann Lincoln, einer an einer Rettungsboje befestigten Leine zu der sich noch weitere nähernden „Vandura“ hinüber zu werfen, was aber nicht gelingen wollte. Als es zu dunkeln begann, stellte Lincoln die Versuche ein und rief der „Vandura“ zu:

„Geht leewärts, dreht die Smack bei und wartet bis Tagesanbruch.“

Die „Vandura“ umsegelte demzufolge während der Nacht die Bark 2 bis 3 mal, ohne dieselbe, jedoch auch nur einen Augenblick aus Sicht zu verlieren. Als sie bei dieser Gelegenheit morgens 1 Uhr wieder in die Nähe der Bark kam, sah sie noch ihr eigenes Boot, an deren Hintertheil befestigt liegen, als sie dann aber morgens 2 Uhr  30 Minuten sich derselben abermals näherte, war ihr Boot fort und Niemand an Bord zu erblicken, während sich die 3 Boote der Bark noch auf Deck an der früheren Stelle befanden. Schiffer Crew und die beiden bei ihm an Bord der „Vandura“ zurückgebliebenen Leute erschraken heftig, da sie weder ihr eigenes Boot sich von der Bark hatten entfernen sehen, noch Hülferufe gehört oder sonstige Signale wahrgenommen hatten, obwohl die „Vandura“ höchstens einmal eine halbe Seemeile von der Bark abgewesen war. Sie riefen alle aus Leibeskräften, aber es erfolgte keine Antwort oder sonst ein Lebenszeichen. Bis 6 Uhr morgens blieb die „Vandura“ noch in der Nähe der Bark, dann steuerte sie nordwärts in der Hoffnung, von ihrem Boote und dessen Insassen etwas zu entdecken, und erst als sie diese Hoffnung schwinden lassen mussten, nahm sie den Kurs nach Lowestoft, wo sie nachmittags 3 Uhr 30 Minuten eintraf und von dem Vorgang Meldung machte.

b. am Freitag, den 17. Mai, vormittags, gewarte der Hamburger Schleppdampfer „Seeadler“, Schiffer Nielsen, auf ungefähr 52° 30’ Nordbreite und 3° 7’ Ostlänge eine auf der Seite liegende Bark deren Untermarssegel standen. Der „Seeadler“ lief hin, um die Besatzung zu bergen, fand aber die fremde Bark, welche den Namen „Joachim Christian“ aus Rostock trug, verlassen. Er blieb noch ungefähr 20 Minuten lang in der Nähe derselben, da holte das Schiff stark über und versankt. An dem gleichen Tage sichte die ein Lowestoft beheimatete Fischers, Smack „James & Martha“ Schiffer Munsey, vormittags gegen 11 Uhr, ungefähr 36 Seemeilen SO von Lowestoft eine auf der Seite liegende fremde Bark, auf deren Heck stand: „Joachim Christian“ – Rostock.

Dieselbe war anscheinend von ihrer Besatzung verlassen, da niemand an Bord bemerkt wurde. Auf Deck befanden sich 2 oder 3 Boote. Während die „James & Martha“ versuchte, sich dem Wrack zu nähern, sank dasselbe in die Tiefe. Damals wehte der Wind mit steifer Brise aus Nord und war hoher Seegang.

Am Sonnabend, den 18. Mai morgens zwischen 7-8 Uhr traf die Fischersmack „Renovation“ Schiffer Henry Abel Schmith, etwa 60 Seemeilen OSO von Lowestoft eine in See treibende männliche Leiche an, welche mit einem Rettungsgürtel versehen war und in der Nähe der selben ein kielaufwärts treibendes Boot. Das Boot war dasjenige der Fischersmack „Vandura“ und die Leiche die des Matrosen Bolan, als welche sie demnächst von der Verlobten des Letzteren Miss Mary Ann Stead Lowestoft auf das bestimmteste erkannt worden ist.

c. Ebenfalls am 18. Mai fischte die Lowestofter Smack „Florabel“, Schiffer Henry Hawkes, vormittags gegen 10 Uhr etwa 55 Seemeilen OSO von Lowestoft 3 in See treibende, sämmtlich mit Rettungsgürteln versehene männliche Leichen und nahm sie mit nach Lowestoft. Dort wurde die eine als diejenige des Steuermann der Smack „Vendura“, Charles Lincoln aus Takefield, die zweite als diejenige des Kochs Albert Pfretzschmer aus London von der Besatzung der Bark „Joachim Christian“ und die dritte als diejenige des jungen August Pschenz aus Prerow, gleichfalls von der Besatzung der eben genannten Bark festgestellt.

Am Sonntag, den 19. Mai fischte die bereits oben erwähnte Geschmack „James & Martha“ etwa 60 Seemeilen östlich Lowestoft eine in See treibende, mit einer Korkjacke bekleidete männliche Leiche und brachte sie nach Lowestoft. Nach einem Bericht des deutschen General-Consulat in London an den Reichskanzler vom 25. Oktober 1895 wird es diejenige des Matrosen Johann Wilhelm Buttgereit aus Memel von der Besatzung der Bark „Joachim Christian“ gewesen sein. Endlich ist nach Mittheilung des deutschen Vize-Consuls zu Lowestoft noch die Leiche des zur Besatzung der „Joachim Christian“ gehörigen Leichtmatrosen Karl E. Godderstad aus Lyngoer in See treiben gefischt, jedoch alsbald die mehr wieder übergeben worden. Näheres ist über diesen Leichenfund und insbesondere über die Thatsache, auf welche man die Annahme, dass die Leiche diejenige des p. Godderstad sei, gegründet hat, nicht ermittelt.

d. Der Steuermann der „Vandura“, Charles Lincoln, hat eine Witwe und vier unversorgte Kinder hinterlassen, der Matrose Charles Bolan, dagegen nur Eltern, welche auf seine Unterstützung nicht angewiesen sind. Seitens der Seeberufsgenossenschaft in Hamburg sind den Hinterbliebenen des p. Lincoln 20 £ zugewiesen, während aus Sammlungen in Lowestoft 50 £ für dieselben aufgekommen sind. Ein gleicher Betrag ist auch den Eltern des p. Bolan aus dem dort gesammelten Fonds übermittelt.

3. Die Bark „Joachim Christian“ hat bis September 1894 bei Büreau Veritas die Classe + 5/6 A. 1. 1. gehabt, welche ihr im September 1888 erteilt war. Diese Classe ist nach deren Ablauf nicht wieder erneuert worden, weil nach Angabe des Correspondent-Rheders, Kaufmanns H. Mentz hierselbst, die Bark hier in Rostock neu classifizirt werden sollte, Eises halber aber im Winter 1894/95 die Reise hierher nicht ausführen konnte und die Rhederei nun beschloss, mit der Neueclassifizirung bis zum Herbst 1895 zu warten, bis dahin aber die Bark noch einige Reisen machen zu lassen, für welche sie keine Classe bedurfte, nämlich über Blyth nach dem Weißen Meer, von dort nach England und von da mit Kohlen nach Rostock. Von Weihnachten 1894 bis zum 10. Mai 1895 hat sie im Hafen von London gelegen.

Anlagen die in den letzten fünf Jahren an der Bar ausgeführten Reparaturen, so ist die selbe –

      1. Im Jahre 1891 zu Antwerpen von den Schiffsbaumeister Retsin & Krüger und der Aufsicht des dortigen Veritas-Experten gründlich abgedichtet. Dabei wurden an verschiedenen Theilen des Bodens Metallplatten entfernt und die darunter befindlichen Nähte untersucht, welche sich als hart und gut stehend erwiesen. Zugleich wurden alle Kiel- und Stevennähte, sowie sämtliche Nähte von der Metall-Linie bis zum Schanddeckel kalfatert und dann wieder mit neuen Metall über Filz bedeckt. Die Kosten betrugen ohne Trockendock und neues Metall 879 frcs.
      2. Im Mai 1893 war auf der Werft von C Lühring in Hammelwarden bei Brake das ganze Schiff nachgesehen und kalfatert, was 910,80M gekostet hat.
      3. Im August 1893. Endlich ist die Bark zu Bristol im Trockendock der Firma Jefferies & Son abermals gründlich nachgesehen und nach Bedarf repariert worden, was ein Kostenaufwand von 93,46 £ erfordert hat.

Nach den tatsächlichen Feststellung Punkt I ist als erwiesen anzusehen, dass die Bark, nachdem sie leck gesprungen und ihre Pumpen vom Ballast unklar geworden, voll gelaufen und am 17. Mai 1895 vormittags etwa 36 Seemeilen in SO von Lowestoft gesunken ist. Schiffer Nielsen vom Hamburger Schleppdampfer „Seeadler“ und Schiffer Munsey von der Fischersmack „James & Martha“ sahen sie wegsinken und Schiffer Crew von der Smack „Vandura“, welche am 16. Mai auf ihre Nothsignale herbeeilte, um eventuell die Besatzung abzubergen, erhielt auf seinen Anruf die Antwort, dass die Bark leck und deren Pumpen in Unordnung sein. Die Leckstelle ist nicht ermittelt, ebenso wenig die Entstehungsursache des Leckes. Das Seeamt hat in dieser Beziehung als wahrscheinlich angenommen, dass er durch das Arbeiten des Schiffes in der Hohen See entstanden ist. In welchem Zustand sich die Bark bei Antritt ihrer Reise befunden hat, ob sie überall damals noch sie tüchtig war oder nicht, und ob und in welchem Maße etwa das Leckspringen auf die Seetüchtigkeit derselben zurückzuführen ist, darüber hat die Untersuchung keine Gewissheit erbracht.

Möglich bleibt es immerhin, dass die Bark, an welcher seit dem Jahre 1891 nur unerhebliche Reparaturen ausgeführt sind und deren Classe bei Büreau Veritas schon im September 1894 abgelaufen war, zur Zeit ihrer Ausreise nicht mehr voll seetüchtig gewesen ist, aber an einem Beweise dafür fehlt es, und jedenfalls darf angenommen werden, dass Schiffer Dillwitz sie noch für ausreichend seetüchtig gehalten hat, da er ihr sonst sein und seiner Mannschaft Leben schwerlich anvertraut haben würde. Weiter sieht das Seeamt aufgrund der Feststellung als erwiesen an, dass nicht nur die beiden auf die Bark zur Hülfeleistung an Bord gegangenen Leute von der Fischersmack „Vandura“, sondern auch die ganze Besatzung der Bark selbst bei dem Versuche, sich abzubergen, den Tod in den Wellen gefunden haben. Da die Boote der Bark sich noch sämmtlich auf Deck befanden, als die „Vandura“ am 17. Mai, morgens 2 Uhr 30 Minuten bemerkte, dass sie von ihrer Besatzung verlassen sei und, und damals das eigene Boot der „Vandura“, welches noch 1 ½ Stunden vorher am Heck der Bark befestigt gewesen war, fehlte, so müssen die Schiffbrüchigen und die beiden Leute von der „Vandura“, das Boot der letzteren zu dem Rettungsversuche benutzt haben.

Dieses Boot aber ist am 18. Mai, unweit der Stelle, wo die Bark gesunken ist, kielaufwärts in See treibend von der Smack „Renovation“ angetroffen, und von den Insassen desselben sind theils am 18. Mai, theils an den folgenden Tagen der Steuermann Lincoln und der Matrose Bolan zur Besatzung der „Vandura“ gehörig, sowie der Koch Albert Pfretzschmer, der Matrose Buttgereit, der Leichtmatrose Godderstad und der Junge Pschenz von der Besatzung der „Joachim Christian“ als Leichen aufgefunden worden. Von den übrigen zu der Besatzung des letzteren Schiffes gehörigen Personen aber ist, seit sie daselbe verlassen haben, nichts wieder gesehen oder gehört. Diese Thatsachen lassen es leider als unzweifelhaft erscheinen, dass auch sie ertrunken sind. Darüber, ob das Boot der „Vandura“ gleich, nachdem es von den Schiffbrüchigen, bestiegen worden, oder erst später, nachdem es sich bereits von der Bark entfernt hatte, vorgeschlagen oder gekentert ist, hat ebensowenig etwas festgestellt werden können, wie darüber, was die Schiffbrüchigen bewogen hat, schon in der Nacht und ohne die „Vandura“ vorher von ihrem Entschlüsse benachrichtigt zu haben, die Bark zu verlassen.

Das Seeamt nimmt in letzterer Beziehung an, dass die Schiffbrüchigen aus irgendwelchen unbekannt gebliebenen Grunde das alsbaldige Wegsinken der Bark befürchtet und in der so entstandenen Panik sich Hals über Kopf in das Boot der „Vandura“ gestürzt haben, ohne sich erst mit dieser durch Anruf oder Signale in Verbindung zu setzen, was voraussichtlich zum Gelingen des Rettungsversuches beigetragen haben würde. So betrübend der vorliegende Unfall ist, bei welchem 13 brave Seeleute ihr Leben einbüßten, so hoch erfreulich ist das Verhalten des Schiffers Crew, des Steuermann Lincoln und des Matrosen Bolan von der Lowestofter Fischersmack „Vandura“. Schiffer Crew eilte auf die Notsignale der Bark sofort zu deren Hülfe herbei, und Lincoln und Bolan schlugen unter äußerst gefahrvollen Umständen ihr Leben in die Schanze, um dasjenige der deutschen Schiffsbesatzung zu retten. Ein so muthiges und aufopferndes Verhalten verdient nach Ansicht des Seeamts die höchste Anerkennung und lässt die Gewährung einer Unterstützung an die Hinterbliebenen des Steuermann Lincoln aus Mitteln des deutschen Reichs, als wohlverdient und wünschenswert erscheinen.