Fischländer Schiffer und Kapitäne

in der Vereinigung der Kapitäne und Schiffsführer des Fischlandes

Traditionsbewahrung des Berufsstandes

Die Bedeutung der Schiffer und Kapitäne für das Fischland

Der Schiffer war eine eigenständige Berufsgruppe, die zum einen die Fähigkeit zum Führen eines Schiffes und zum anderen eine kaufmännische Ausbildung voraussetzte. Diese Qualifikation wurde an der Seefahrtschule zu Wustrow gelehrt, der Nachweis wurde mit dem sogenannten Schiffer-Examen erbracht. Per Gesetz bekam der Absolvent nach bestandener Prüfung das Schifferpatent ausgestellt.

Das Arbeitsmittel Schiff war anfangs Eigentum der Schiffer. Mit zunehmender Schiffsgröße stiegen die Beschaffungskosten und Parten-Reedereien entstanden. Durch den Verkauf von Parten, d.h. Anteilen am Schiff, generierte der Schiffer Gelder zur Finanzierung des Schiffbaus. Meistens waren die Partenhalter aus der eigenen Familie, Handwerker oder Kaufleute aus dem eigenen Dorf, den angrenzenden Gemeinden sowie den umliegenden Städten. Nach erfolgreichen Fahrten wurde am Ende eines jeden Jahres der Gewinn entsprechend der Parten an die Anteilseigner ausgezahlt.

Leuchtturm

Schiffsreisen

Anfangs begannen die Reisen nach der Konfirmation, um die Jungen im Alter von 14 Jahren als „Moses“ – so nannte man die Schiffsjungen, erstmalig mit auf die Fahrt zu nehmen. Zum späten Herbst kamen die Schiffe wieder in die Heimathäfen wie Rostock, Stralsund oder Stettin zurück. Als die Schiffe größer wurden, verlängerten sich auch die Schiffsreisen über das Jahr hinaus. Fahrten nach Amerika, Afrika, Asien und sogar bis nach Australien wurden Realität.

Ursprüngliche Schiffstypen wie die Galeasse  und der Schooner   wurden durch die Brigg  (Wappen unserer Vereinigung), die Schoonerbark,  Bark und schließlich das Vollschiff ersetzt. Abhängig von der Schiffsgröße waren an Bord zwischen 5 – 12 verschiedene Dienstränge beschäftigt: Schiffer, Steuermann, Bootsmann, Segelmacher, Voll- und Leichtmatrose, Koch und Schiffsjunge.

Segelmacher

Vom Schiffer zum Kapitän

Mit dem Niedergang der Segelschifffahrt Ende des 19. Jahrhunderts verlor auch der Berufszweig des Schiffers seine Bedeutung und wandelte sich zum Beruf des Kapitäns um. Auch hierfür  musste ein dem Berufsstand entsprechendes Examen ablegt werden. Der Kapitän oder Schiffsführer war nunmehr Angestellter einer Reederei.

Aufgrund dieser herausragenden Stellung der Schiffer genossen die Dörfer Dändorf, Dierhagen, Wustrow, Niehagen und Althagen hohes Ansehen. Der damalige Landdrost F. W. v. Lowtzow aus Stavenhagen, der für diesen Landstrich zuständig war, zollte den Schiffern von hier großen Respekt. Dies wurde durch den Briefwechsel von 1859 zwischen den Schifferältesten und Herrn v. Lowtzow bekundet.

Auch war es Brauchtum Fischländer Seeleute, die auf See geblieben waren, in der Kirche zu Wustrow mit einer Gedenkfeier „Geläutet und Gedankt“ zu ehren. Hierüber legt die Zusammenstellung aus erhaltenen Briefen und Kirchenbüchern in Sütterlinschrift von Joachim Permien Zeugnis ab.

Über uns

Unsere Vereinigung widmet sich der Tradition der Schifffahrt in unserer Region.

Historik

ANEKDOTEN REISEBERICHTE SEEUNFÄLLE

"Geläutet und Gedankt!"

den Seeleuten die auf See geblieben sind

Schiffer und ihre Schiffe

im 19. Jahrhundert

Heute

Von Neugründung bis in die Gegenwart

Seefahrtschule

Nautische Ausbildung früher und heute

Kontakt

Wir freuen uns, über weitere Fragen und Anregungen zum Thema Seefahrt sowie Interessierte an unserer Vereinigung.